Rezension “The Complete Guide to Knowledge Management” von Edna Pasher und Tuvya Ronen

http://www.amazon.de/Complete-Guide-Knowledge-Management-Intellectual/dp/0470881291/
Autoren: Edna Pasher und Tuvya Ronen
Gebundene Ausgabe: 204 Seiten
Verlag: John Wiley & Sons
1. Auflage vom 4. März 2011
Englisch, ISBN-10: 0470881291  ISBN-13: 978-0470881293
Vom Moderator der XING Knowledge Management Gruppe (xingKM, https://www.xing.com/net/pri2daa12x/knowledgemanagement/ ) Boris Jäger (https://www.xing.com/profile/Boris_Jaeger)
wurde freundlicherweis dieses Buch “The Complete Guide to Knowledge Management” zur Rezension bereit gestellt.
Das Buch ist ein 204 Seiten Werk das vom Verlag John Wiley & Sons, Inc. herausgeben wird, dessen Slogan selbst “Knowledge for Generations” lautet.
Das Buch wurde verfasst von Edna Pasher und Tuvya Ronen.

Dr. Edna Pasher ist Gründer und Präsidentin “Edna Pasher PhD & Associates”, einer Beratungsfirma die sich auf Wissensmanagement spezialisiert. Sie arbeitet bereits seit mehr als 30 Jahrenauf dem Gebiet des Knowledge Management und beschäftigt sich seither auch intensiv mit dem komplexen Thema des geistigen Eigentums und dem Wert und der Bewertung von Wissen.
Sie ist Mitbegründer und Chefredakteuring des Magazins “Status – the Management Thinking Journal”.
Ihr Unternehmen ist hier zu finden: http://www.pasher.co.il

Dr. Tuvya Ronen is Vizepräsident von Rafael, einer der führenden Luftfahrtunternehmen Israels. Tuvya Ronen ist Leiter des Forschungszentrums mit 1500 Mitarbeitern.
Er hat mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Leitung von grossen interdisziplinären Forschungsprojekten.

Das Buch hat diese Gliederung:

– Preface: Getting Started on Your Knowledge Management Journey.
– Chapter 1: The Motivation toward Knowledge Management: Combining the Tactical with the Strategic.
– Chapter 2: Making the Business Case for Managing Intellectual Capital.
– Chapter 3: The Importance of Strategy in Knowledge Management.
– Chapter 4: The Role of Culture in a Successful Knowledge-Creating and Knowledge-Sharing Organization.
– Chapter 5: The Human Focus: Understanding and Managing Knowledge Workers.
– Chapter 6: Managing Interactions for Knowledge Creation and Sharing.
– Chapter 7: Capturing and Reusing Knowledge.
– Chapter 8: The Customer Focus: Harnessing Customer Knowledge through Meaningful Interactions.
– Chapter 9: Measuring and Managing the Performance of Proper Knowledge Work.
– Chapter 10: Innovating for a New Beginning.
– Conclusion: Implementing Knowledge Management: A Step-by-Step Process.
– Appendix: Defining Key Terms.
– Notes.
– Index.

Der Index umfasst knapp 8 Seiten und ist damit zwar nicht direkt knapp, aber bei der Fülle der Fallbeispiele hätte der Index gern noch etwas ausführlicher ausfallen dürfen.

Die Autoren haben das Buch gezielt auf Manager ausgerichtet. Es soll kein wissenschaftliches Werk sein sondern stellt in sehr vielen Beispielen die Erfahrungen aus mehr als dreißig Jahren Beratungs- und Projektpraxis zusammen. Dabei werden nicht nur “Best Practise” Beispiele vorgestellt, sondern es werden auch kritische Erfahrungen aus den Projekten berichtet und diskutiert.

Die 10 plus 1 Kapitel beschreiben nach den Autoren die vier Phasen der “Knowledge Management Journey”:

In Phase 1 wird die grundsätzliche Motivation für Wissensmanagement bereitet. Dabei werden die Probleme denen Wissen-Manager vorallem in konkreten Situationen gegenüber stehen mit der strategischen Bedeutung von Wissensmanagement für eine gesamte Organisazion, gegenübergestellt.
Dabei wird auch bereits die Bedeutung des Wertes von Wissen (Intellectual Capital) besprochen.

In Phase 2 werden die zwei massgeblichen Voraussetzungen für erfolgreiches Wissensmanagement dargestellt:
Zum Einen müssen die Manager eine umfassende Strategie entwickeln und eine Plan erstellen, diese in die Praxis umzusetzen.
Darüberhinaus muss eine Umgebung geschaffen werden, die das Bereitstellung und Teilen von Wissen erlaubt – und fördert.
An anderer Stelle wird dies auch als das Schaffen einer Wissenskultur bezeichnet.

In Phase 3 werden sehr ausführlich die unterschiedlichen Sichten auf “Wissen” dargestellt.

Phase 4 ist dann überschrieben mit “Innovating for a New Beginning” und stimmt damit in den derzeit häufiger vernehmbaren Kanon derer ein, die das Ende des klassischen Wissensmanagements bescheinigen und zu einer neuen Sicht auf Wissenmanagemtn aufrufen.

Das Buch richtet sich an Manager und wenige an IT Fachleute. Daher ist der Begriff Enterprise 2.0 in diesem Werk nicht zu finden.
Die begleitenden Themen rund um den Begriff “Enterprise 2.0″ werden dagegen sehr wohl angeführt, also Themen wie social, communities, knowledge communities, etc.

Im 11. Kapitel (Conlusion) wird die Umsetzung von Knowledge Management Schritt-für-Schritt beschrieben.
Dieses Kapitel hätte Potenzial genug, daraus ein eigenes Buch zu verfassen. In diesem Buch ist dieses Kapitel leider viel zu knapp gefasst.

Das Werk schliesst mit einem Glossar zum Thema.
Dabei wird z.B. mit schönen Beispielen der Unterschied zwischen Daten, Informationen und Wissen dargestellt.
So werden Daten als die reinen Fakten über medizinische Erkentnisse z.B über Medikamente und Verfahren beschrieben.
Informationen sind dabei konkrete Beipackzetteln oder Verfahrensanweisungen wie spezielle Therapieformen.
Das Wissen steckt nun dagegen in den Köpfen der Experten.
Aber eben nicht nur dort: auch dem inzwischen aufgeklärten und gebildeten Patient wird heute Wissen zuerkannt und es wird vorgeschlagen,
dass die besten Ergebnisse erzielt weden können, wenn sich Ärtze (die vermeintlichen Wissensträger) dem Wissen der Patienten öffnen und gmeeinsam auch zu neuen erkenntnisen gelangen.
Vielleicht haben die Autoren das Bild des kränkelnden Patienten im Bereich Wissensmanagement nicht ganz zufällig gewählt.

Das Buch richtet sich auch nach den Worten der Autoren an Manager und z.B. nicht an IT Fachleute oder Berater.
Das Buch nennt sich “The Complete Guide to Knowledge Management”, es ist aber keine theoretische Abhandlung rund um das komplexe und sehr umfassende Gebiet des Wissensmanagements; auch ist es keinesfalls komplett oder umfassend.
Es sind viele praktische Beispiele aus der jahrzentelangen Beratungs- und Projektpraxis der Autoren eingeflossen, die erfreulicherweise auch nicht nur geschönt dargestellt werden, sondern durchaus auch kritisch diskutiert werden.
Interessante Anregungen für die Praxis finden sich in den beiden Kapiteln 6 und 7, die sich ausführlich mit “Wissensbereitsstellung und dem Teilen von Wissen” – und den damit verbundenen Problemem in der realen Welt beschäftigen.

Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch für jeden, der das Thema nicht gerne theoretisch angehen möchte, und auch bereits erste – vielleicht auch bereits schmerzhafte – Erfahrungen mit Wissensmanagement gesammelt hat.

 

Dip. oec. Thomas Tuttenuj beschäftigt sich als selbständiger Berater mit dem Thema “Zusammenarbeit im Team” und “unternehmensweite Wissensbereitstellung”.
Als IT-Fachmann liegt der Focus dabei darauf, mit welchen Systemen sich die Bereitstellung von Wissen in Teams und Organisationen fördern lässt.
Dabei fällt die Wahl auf den Microsoft SharePoint Server, der in der aktuellen Version bereits umfassende Funktionalitäten zur unternehmensweiten Zusammenarbeit und Bereitstellung von Wissen bietet.
Thomas Tuttenuj spricht auf Konferenzen und Veranstaltungen zu diesem Thema – und ist der Meinung:

www.sie-wissen-mehr-als-sie-wissen.de

 

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